Lukács-Heilbad

Das Szent-Lukács-Heilbad (ungarischSzent Lukács gyógyfürdő), auch Lukács-Bad (ungarisch Lukácsfürdő, deutsch veraltet Lucasbad), ist eines der ältesten Budapester Thermalbäder.

Ansicht der der Donau zugewandten Seite des Lukács-Bades
Außenansicht des Eingangsbereichs

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Das Lukács befindet sich in der Frankel Leó utca im II. Bezirk von Budapest, in der Nähe der Donau.

Die Namensherkunft ist nicht eindeutig geklärt. Die hier entspringenden Heilquellen wurden von der deutschsprachigen Bevölkerung als Lochbad bezeichnet, während die entsprechende ungarische Bezeichnung lyukfürdő bzw. lukasfürdő war. Es wird angenommen, dass der Name durch den ähnlichen Klang von „Lukas“ und „Lukács“ entstanden ist, zumal der Evangelist Lukas traditionell mit der Heilkunde verbunden war.

Eine andere Theorie besagt, dass die Namensgebung auf den früheren Besitzer des Gebiets im Mittelalter zurückzuführen ist.

Das Schlammbad im 19. Jahrhundert

Die Heilquellen am Fuße des Szemlő-hegy wurden schon von den Römern genutzt, eine Inschrift aus der Zeit des Kaisers Claudius nimmt auf diese warme Quellen Bezug (aquae calidae superiores et inferiores). An der Stelle der zwei heutigen Heilbäder (Lukács fürdő und Császár fürdő) stand zur Zeit der ungarischen Landnahme um 896 die Siedlung „Felhévíz“ (hévíz bedeutet im Ungarischen „warmes Wasser“, „Heilwasser“). Im 12. Jahrhundert siedelten sich Ritterorden an (1178 der Johanniterorden, später auch der Souveräne Malteserorden), die neben ihren Ordenshäusern Spitäler errichteten und die Heilquellen nutzten.

In der Zeit der türkischen Herrschaft (1541–1686) standen auf dem Gebiet des heutigen Bades mehrere türkische Bäder (das Veli-bej-Bad und das baruthâne ılıcasi, übersetzt „Bad neben der Pulvermühle“). Die Quellen wurden in dieser Zeit vor allem für den Betrieb der Pulver- und Getreidemühle genutzt. Der Ausbau der Mühle erfolgte in der Zeit von Sokollu Mustafa Pascha, der im Zeitraum von 1566 bis 1578 der Beylerbey von Buda war.

Nach der Befreiung von Ofen im Jahr 1686 übernahm die Hofkammer die Verwaltung aller Heilbäder und Heilquellen, so auch der Quellen, die auf dem Gebiet des heutigen Császár- und Lukács-Bades entspringen. Der englische Arzt Edward Brown schrieb 1697 über das Bad neben der Pulvermühle. Im Zuge des 18. Jahrhunderts verlor dieses Bad an Bedeutung. Im Jahr 1852 wurde darüber berichtet, dass die Wannen des Lucasbades vor allem von Bauern aus der Umgebung genutzt wurden.

Das Lukács-Bad mit Votivtafeln und der Statue des Heiligen Lukas

1857 begann ein Mühlenmeister aus Altofen das Bad auszubauen, 1884 kaufte Fülöp Palotay das Anwesen und investierte in den weiteren Ausbau des Heilbades. Palotay betreute Rezső Ray mit dem Entwurf des neuen Gebäudes. 1893 wurde das Bad in eine Aktiengesellschaft (Actien Gesellschaft Sct. Lucasbad) umgewandelt und es entstanden die Gebäudeteile, die das heutige Bad ausmachen. Dabei wurden das Kurhotel, die Schwimmbäder, die Abteilungen für Schlammkuren und das Volksbad eingerichtet. Seit dieser Zeit wird die Bezeichnung Szent Lukács gyógyfürdő verwendet. Bis zur Eröffnung des Gellért fürdő (1912) galt das Lukács-Bad als eines der modernsten und – auch von Besuchern aus dem Ausland – meistbesuchten Bäder Budapests. In dieser Zeit stifteten zahlreiche genesene Gäste Votivtafeln aus Marmor. 1937 wurde eine Trinkhalle aus Marmor errichtet und anlässlich des Internationalen Bäderkongresses von Josef Franz von Österreich eingeweiht.

Während der Schlacht um Budapest Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das das Gebäude erheblich beschädigt. Unter anderem wurde der Großteil der Votivtafeln zerstört; die erhalten gebliebenen Tafeln wurden im Zuge von Renovierungsarbeiten in die Wand des Heilbades eingebaut.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Szent Lukács gyógyfürdő verstaatlicht und mit dem benachbarten Császár fürdő (Kaiserbad) zusammengelegt. Daraus entstand das staatliche Rheumaspital. Durch weitere Zusammenlegungen wurde das Bad Teil des Landesinstitutes für Rheumatologie und Physiotherapie. Das Lukács-Bad verfügte noch bis 1999 über ein Schlammbad, das in den 1950er Jahren mit einem Betonbecken versehen wurde, um das Versickern des Heilwassers vorzubeugen. Das Schlammbad wurde aus hygienischen Gründen um die Jahrtausendwende geschlossen. Um diese Zeit begannen auch die ersten umfangreichen Renovierungsarbeiten, die bis 2013 dauerten.[1]

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