Lednice

Lednice (deutsch Eisgrub) ist eine Gemeinde mit 2366 Einwohnern im tschechischenSüdmähren. Sie liegt am rechten Ufer der Thaya, acht Kilometer nordwestlich von Břeclav(Lundenburg) nahe der österreichischen Grenze und gehört dem Okres Břeclav bzw. dem Jihomoravský kraj(Südmährische Region) an. Lednice ist mit dem Schloss Lednice als Teil der Kulturlandschaft Lednice-Valtice in der Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen.

Lednice
Lednice (Tschechien)
Basisdaten
Staat: Tschechien Tschechien
Region: Jihomoravský kraj
Bezirk: Břeclav
Fläche: 3127[1]ha
Geographische Lage: 48° 48′ N, 16° 48′ O48.79916666666716.801944444444173
Höhe: 173 m n.m.
Einwohner: 2.230 (1. Jan. 2021)[2]
Postleitzahl: 691 44
Kfz-Kennzeichen: B
Verkehr
Straße: PodivínValtice
Bahnanschluss: Boří les–Lednice
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 2
Verwaltung
Bürgermeister: Libor Kabát (Stand: 2018)
Adresse: Zámecké náměstí 70
691 44 Lednice
Gemeindenummer: 584631
Website: www.lednice.cz
Jubiläumsbrunnen am Marktplatz

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Die Nachbarorte sind im Süden Valtice(Feldsberg), im Norden Bulhary(Pulgram) und im Nordosten Podivín(Kostel).

Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich der Name öfters. So sprach man von „Izgruobi“, „Eysgruob“, „Aysgrueb“ und „Eysgrueb“. Zwar erhielt Eisgrub bereits 1286 das Recht, einen Wochenmarkt abzuhalten, eine wirkliche Marktgemeinde wurde der Ort aber erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Im Jahre 1426 wurde die Kirche von den Hussiten niedergebrannt. Erst um 1500 wird wieder ein Pfarrer im Ort erwähnt.

In der Mitte des 16. Jahrhunderts übernahmen die Böhmischen Brüder die Pfarre, so dass der Ort den evangelischen Glauben annahm. Im Jahre 1601 wurde durch den Besitzer der Herrschaft, Karl von Liechtenstein, der katholische Glaube wieder eingeführt. In dieser Zeit wurden Kroaten in der Gegend angesiedelt. Diese flohen einige Jahre später vor einem Einfall der Türken um 1600. Eisgrub war bis zur Enteignung 1945 ein Hauptsitz der Hauptlinie des Hauses Liechtenstein. Dieses errichtete in Eisgrub ein prachtvolles Schloss im Stil der Tudorgotik.

Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges mussten die Einwohner von Eisgrub von 1645 bis 1646 eine schwedische Besatzung erdulden. Nach dem Krieg waren 86 Häuser im Ort zerstört. Später litt der Ort unter der Pest und Türkeneinfällen. Matriken werden seit 1688,[3]Grundbücher werden seit 1567 geführt. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich im Dorf eine kleine jüdische Gemeinde.[4]

Während des Deutsch-Österreichischen Krieges 1866, wurde Eisgrub von preußischen Truppen besetzt. Im 19. Jahrhundert baute Fürst Johann II. von Liechtenstein ein neues Rathaus, eine Schule und eine 7 km lange Wasserleitung. Im Jahre 1884 wurde die Freiwillige Feuerwehr Eisgrub gegründet. Eine Lokalbahn von Eisgrub nach Lundenburg verband den Ort und die Güter der Herrschaft mit den Hauptbahnstrecken. Um 1900 wurde ein Frauenspital von den Barmherzigen Schwestern vom Orden des hl. Vinzenz von Paul errichtet. Das Haus Liechtenstein ließ auch ein Armenhaus im Jahre 1905 erbauen. Bei Grabungen im Schlosspark wurden römische Münzen aus dem 2. Jahrhundert entdeckt.[5] Große Teile der Bevölkerung lebten von der Landwirtschaft. Der Weinbau selbst nahm über die Jahrhunderte im Gemeindegebiet ab, stattdessen trat der Weinhandel in Eisgrub bald in den Vordergrund. So gab es im Ort vier Jahrmärkte und einen Wochenmarkt. Die Jahrmärkte waren immer am Montag nach Dreikönig (6. Januar), am vierten Sonntag nach Ostern, an Ägydius (1. September) und am ersten Adventssonntag. Der Wochenmarkt wurde immer mittwochs abgehalten. Des Weiteren gab es neben einem florierenden Kleingewerbe ein Sägewerk, eine Konservenfabrik, eine Zementwarenerzeugung, eine Tonwarenfabrik, eine Ziegelei und ein Taxiunternehmen.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Eisgrub, dessen Bewohner im Jahre 1910 zu 92 % deutschsprachig waren, zum Bestandteil der neuen Tschechoslowakischen Republik. In der Zwischenkriegszeit kam es durch neue Siedler und neu ernannte Beamte zu einem vermehrten Zuzug von Personen tschechischer Nationalität. Während der Bodenreform, ab 1924, wurden ungefähr 2/3 des fürstlichen Besitzes enteignet und großteils an tschechische Siedler übergeben.[6] Die Elektrifizierung des Ortes erfolgte im Jahre 1924. Im Jahre 1931 wurde im Ort ein Kanalsystem erbaut.[7] Die wachsenden Autonomiebestrebungen der Deutschen führten zu Spannungen innerhalb des Landes und im weiteren zum Münchner Abkommen, das die Abtretung der sudetendeutschen Gebiete an Deutschland erzwang. Am 8. Oktober 1938 rückten deutsche Truppen im Ort ein. Eisgrub gehörte bis 1945 zum ReichsgauNiederdonau.

Im Frühjahr des Jahres 1945 wurden um Eisgrub Straßensperren, Schützengräben und Panzerfallen errichtet. Am 14. April wurde eine Zwangsevakuierung befohlen. So verließen einen Tag später bis zu 700 Personen den Ort. Die meisten Geflohenen kehrten im Mai 1945 wieder nach Eisgrub zurück. Im Zweiten Weltkrieg starben 141 Ortsbewohner. Nach Kriegsende wurden die 1939 an Deutschland übertragenen Territorien, also auch Eisgrub, wieder der Tschechoslowakei zugeordnet. Am 19. Mai 1945 wurden rund 400 Personen über die österreichische Grenze vertrieben. Dabei kam es zu Toten unter der Zivilbevölkerung.[8] Bis auf drei Personen wurden die restlichen 474 deutschen Ortsbewohner zwischen 15. März und 3. Oktober 1946 in zehn organisierten Transporten über Nikolsburg nach Westdeutschland ausgesiedelt.[9][10]

In Übereinstimmung mit den ursprünglichen Überführungs-Zielen Potsdams sollten die in Österreich befindlichen Eisgruber nach Deutschland weitertransferiert werden. Trotzdem konnten etwa ein Drittel von ihnen in Österreich verbleiben, der Großteil wurde in Deutschland ansässig, zwei Familien wanderten nach Kanada und je eine Familie nach Australien und in die USA aus.[11]

1966 wurde Nejdek eingemeindet.

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