Hypotenuse

In der Geometrie ist eine Hypotenuse die längste Seite eines rechtwinkligen Dreiecks, das ist stets die dem rechten Winkel gegenüberliegende Seite. Die Länge der Hypotenuse eines rechtwinkligen Dreiecks kann mit dem Satz des Pythagoras ermittelt werden, der besagt, dass das Quadrat der Länge der Hypotenuse gleich der Summe der Quadrate der Längen der beiden anderen Seiten ist. Wenn zum Beispiel eine der Katheten eine Länge von 3 cm (im Quadrat 9 cm²) und die andere eine Länge von 4 cm (im Quadrat 16 cm²) hat, addieren sich ihre Quadrate zu 25 cm². Die Länge der Hypotenuse ist die Quadratwurzel von 25 cm², das sind 5 cm.

Ein rechtwinkliges Dreieck und seine Hypotenuse

. . . Hypotenuse . . .

Das Wort Hypotenuse stammt aus dem Griechischenἡ τὴν ὀρθὴν γωνίαν ὑποτείνουσα

hē tḕn orthḕn gōnían hypoteínousa (sc. γραμμή grammḗ or πλευρά pleurá), dies bedeutet „Seite gegenüber dem rechten Winkel“ (Apollodorus). Das nominalisierte Partizip, ἡ ὑποτείνουσα hē hypoteínousa, wurde bis in das vierte Jahrhundert v. Chr. für die Hypotenuse des Dreiecks verwendet (belegt in Plato, Timaios 54d). Der griechische Begriff wurde in der Form hypotēnūsa ins Spätlateinische entlehnt. Die Schreibweise mit angehängtem -e als Hypotenuse ist französischen Ursprungs (Estienne de La Roche1520).

Ein rechtwinkliges Dreieck

Mit Hilfe von zwei vorgegebenen Längen oder einer Länge und einem spitzen Winkel kann die Länge der Hypotenuse berechnet werden.

Zwei Katheten

Nennt man bei einem rechtwinkligen Dreieck wie üblich die Länge der Hypotenuse

c{displaystyle c}

und die Längen der Katheten

a{displaystyle a}

und

b{displaystyle b}

, so gilt nach dem Satz des Pythagoras:

c2=a2+b2{displaystyle c^{2}=a^{2}+b^{2}}

Löst man das nach

c{displaystyle c}

auf, so erhält man (unter der Bedingung

c0{displaystyle cgeq 0}

) die Formel

c=a2+b2,{displaystyle c={sqrt {a^{2}+b^{2}}},}

mit der man die Länge der Hypotenuse berechnen kann.

Kathete und Höhe

Die Höhe

h{displaystyle h}

teilt ein rechtwinkliges Dreieck in zwei Teildreiecke. Der Fußpunkt der Höhe teilt die Hypotenuse

c{displaystyle c}

in die Hypotenusenabschnitte

p{displaystyle p}

und

q{displaystyle q}

. Nach dem Satz des Pythagoras gilt

h2+p2=a2{displaystyle h^{2}+p^{2}=a^{2}}

, also

p=a2h2{displaystyle p={sqrt {a^{2}-h^{2}}}}

. Das rechtwinklige Dreieck ist ähnlich zu seinen Teildreiecken, weil die drei Innenwinkel gleich sind. Deshalb stimmen entsprechende Seitenverhältnisse überein und es gilt

ca=ap{displaystyle {frac {c}{a}}={frac {a}{p}}}

, also

c=a2p=a2a2h2{displaystyle c={frac {a^{2}}{p}}={frac {a^{2}}{sqrt {a^{2}-h^{2}}}}}

und ebenso

c=b2q=b2b2h2.{displaystyle c={frac {b^{2}}{q}}={frac {b^{2}}{sqrt {b^{2}-h^{2}}}}.}

Kathete und spitzer Winkel

Nach Definition von Sinus und Kosinus gilt:

sin(α)=ac,cos(α)=bc,sin(β)=bc,cos(β)=ac{displaystyle sin(alpha )={frac {a}{c}},quad cos(alpha )={frac {b}{c}},quad sin(beta )={frac {b}{c}},quad cos(beta )={frac {a}{c}}}

c=asin(α),c=bcos(α),c=bsin(β),c=acos(β){displaystyle c={frac {a}{sin(alpha )}},quad c={frac {b}{cos(alpha )}},quad c={frac {b}{sin(beta )}},quad c={frac {a}{cos(beta )}}}

Höhe und spitzer Winkel

Nach Definition von Tangens und Kotangens gilt für die Seiten und Winkel der Teildreiecke:

tan(α)=ph,cot(α)=qh,tan(β)=qh,cot(β)=ph{displaystyle tan(alpha )={frac {p}{h}},quad cot(alpha )={frac {q}{h}},quad tan(beta )={frac {q}{h}},quad cot(beta )={frac {p}{h}}}

p=htan(α),q=hcot(α),q=htan(β),p=hcot(β){displaystyle p=hcdot tan(alpha ),quad q=hcdot cot(alpha ),quad q=hcdot tan(beta ),quad p=hcdot cot(beta )}

Daraus ergibt sich für die Länge der Hypotenuse

c=p+q=htan(α)+hcot(α)=h(tan(α)+cot(α)){displaystyle c=p+q=hcdot tan(alpha )+hcdot cot(alpha )=hcdot (tan(alpha )+cot(alpha ))}

c=p+q=hcot(β)+htan(β)=h(cot(β)+tan(β)){displaystyle c=p+q=hcdot cot(beta )+hcdot tan(beta )=hcdot (cot(beta )+tan(beta ))}

Viele Computersprachen unterstützen die ISO-C-Standardfunktion hypot(x, y), die den obigen Wert zurückgibt. Die Funktion ist so konzipiert, dass sie auch dann nicht fehlschlägt, wenn die einfache Berechnung nach der Formel über- oder unterlaufen kann, und ist auch oft etwas genauer.

Einige wissenschaftliche Taschenrechner bieten eine Funktion zum Konvertieren von kartesischen Koordinaten in Polarkoordinaten. Diese gibt gleichzeitig sowohl die Länge der Hypotenuse als auch den Winkel aus, den die Hypotenuse mit der Basislinie bildet, wenn

x{displaystyle x}

und

y{displaystyle y}

gegeben sind. Der zurückgegebene Winkel wird normalerweise durch arctan2(y, x) angegeben.

. . . Hypotenuse . . .

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